Ulrich F. Voos: Autorenportrait
Ulrich F. Voos wurde 1955 in Hilden bei Düsseldorf geboren. Nach dem Abitur 1975 Studium der Psychologie, Kriminologie, Informatik, Mathematik und Linguistik. Ausbildungsschwerpunkte: So­zial­psy­chologie, mathematische Psychologie, psychologische Me­tho­den­lehre und Statistik, numerische Mathematik, Wissenschafts- und Erkenntnistheorie. 1982 Diplom in Psychologie. 1983 zusammen mit Studienfreunden Gründung einer Firma für die Entwicklung von Software für Datenanalyse und Statistik. Dort heute noch als Sys­tem­entwickler und Software-Ingenieur tätig.

Schon früh interessiert er sich für philosophische Themen und beschäftigt sich mit Existenzialismus, Rationalismus und anar­chistischer Erkenntnistheorie. Philosophisch insbesondere be­ein­flusst sieht er sich durch so unterschiedliche Autoren wie Albert Camus, Immanuel Kant, Karl Popper und Paul Feyerabend. Li­te­ra­ri­sche Inspiration bezieht er von Dramatikern und Romanciers wie Gotthold Ephraim Lessing, Samuel Beckett, Thomas Bernhard und Lyrikern wie Arthur Rimbaud, René Char, Paul Celan und darüber hinaus Erich Fried und Peter Rühmkorf.

Erste eigene Gedichte entstehen ab 1973. Oft von Freunden an­ge­sprochen seine Gedichte endlich öffentlich zugängig zu machen, entscheidet er sich Anfang 2005 zur Veröffentlichung des ersten Gedichtbandes „Die Bewegung geschlossener Raeume“, der einen klei­nen Querschnitt seiner lyrischen Arbeit aus über 30 Jahren ent­hält. Ein zweiter Gedichtband mit dem Titel „Som­mer­schnee­mond“ befindet sich in Vorbereitung.


Poesie mit Biss

"keinen Trost besitzen wir, doch dieses Leben; sei es scherz; wir lachen nicht; und sei es schmerz; wir weinen nicht"

Unbarmherzig klar sind sie, die Verse von Ulrich F. Voos in "Die Bewegung geschlossener Räume" (Books on Demand). Der Autor nimmt kein Blatt vor den Mund in seiner Kritik der herrschenden Zustände, in seiner Bestandsaufnahme des globalen Status quo. Dennoch sind seine in gestochen scharfe Verse gegossenen Analysen alles Andere als durchsichtig und vorhersehbar. Voos beklagt den Verlust demokratischer Werte und lässt in seinem beißenden Sarkasmus dennoch Raum für optimistische Sichten.

Tod, Krieg, Verlust und Trauer sind die großen Themen des Autors und er nähert sich ihnen mit klarer Sprache ("die dunkelheit verschluckt jetzt dich und mich; wir treffen uns am rande eines neuen tags; doch sollten wir verschwunden bleiben; macht es nichts; für zeitlos ungeliebte hat man weder trauer noch erinnerung").

Voos beweist Mut mit seiner lyrischen Reise und er kann sich ihn leisten. Klar sind die Bilder, die er zeichnet und eindeutig ist ihr Klang. Die Analysen verblüffen durch ihre mitreißende Wirkung.

Scharfzüngig und geistreich löst Voos Aha-Effekte aus. Seine Texte bestechen durch kreative Neologismen und pointierte Sprache. Dabei spielt die Interpretation banaler Situationen eine ebenso wichtige Rolle wie die großer historischer Ereignisse. So tragen seine Gedichte Namen wir "Ortegas Alptraum" oder "Das dreifache Reich".

Der Autor belässt es nicht bei destruktivem Zynismus. Voos prangert den Werteverfall der modernen Gesellschaft an. Aber er ist kein beleidigter Besserwisser, sondern ein Dichter, der auf originelle Art und Weise den Finger in die Wunde legt. Er weist Wege aus dem bestehenden Chaos und der drohenden Gefühllosigkeit ("die götter des nichts sterben noch heut; die priester der wehmut zerfallen zu staub; die welt ist vom dunkel befreit...").

Der Gedichtband verspricht hochgeistige lyrische Gesellschaftskritik vom Feinsten.


Fragen an den Autor

Was gefällt Ihnen an sich besonders?
Meine Geduld mit der Eitelkeit anderer.

Welches politische Projekt würden Sie beschleunigt wissen wollen?
Die Reduzierung des Anteils reiner Berufspolitiker in den Parlamenten.

Was treibt Sie an?
Mein Zorn über Intoleranz und Anmaßung.

Wem würden Sie mit welcher Begründung einen Orden verleihen?
Demjenigen Menschen, dem es gelingt die Orden abzuschaffen.

Auf welche eigene Leistung sind Sie besonders stolz?
Ich bin noch nicht alt genug, um hierauf ernsthaft antworten zu können.

Als Kind wollten Sie sein wie...?
Robin Hood?

Wie können Sie am besten entspannen?
Beim Blick auf den Sonnenaufgang über dem Mittelmeer.

Was ist für Sie eine Versuchung?
Allen Versuchungen zu widerstehen.

Was war Ihr schönster Lustkauf?
Kann man Lust wirklich kaufen?

Welches Lied singen Sie gern?
Von Hanns-Dieter Hüsch: Choral (Lasset den Himmel hoch droben und die Hölle in Ruh …)

Schenken Sie uns eine Lebensweisheit...
Wer die Freiheit gegen die Sicherheit eintauscht, der verliert letztlich beide. (Benjamin Franklin)

Für welchen Maler würden Sie viel Geld ausgeben?
Vincent van Gogh: Raben über dem Kornfeld

Wo hätten Sie gerne Ihren Zweitwohnsitz?
Am Mittelmeer

Was können Sie besonders gut kochen?
Boeuf Bourguignon

Was wäre Ihre Henkersmalzeit?
Befürworter der Todesstrafe in Estragonsauce an Galgenstrickgratin

Mit wem würden Sie gern einen Monat lang tauschen?
Mit einer meiner beiden Katzen.

Hier können Sie drei Bücher loben...
Albert Camus: „Jonas oder Der Künstler bei der Arbeit“
Thomas Bernhard: „Ja“
Azar Nafisi: „Lolita lesen in Teheran“

Wo bleiben Sie beim Zappen hängen?
Wenn schon TV, dann vorher Sendung aussuchen und statt Zappen, einfach Werbung leise schalten.

Wo zappen Sie immer weg?
Siehe oben!

Ihre Lieblingsschauspielerin?
Audrey Tautou

Ihr Lieblingsschauspieler?
Dustin Hoffman

Ihre Lieblingsfigur in der Geschichte?
Jesus von Nazareth

Was sagt man Ihnen nach?
Ein liebenswerter Chaot zu sein.

Was mögen Sie an sich gar nicht?
Ungeduld



Poesie mit Biss

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